Jahrestag

24. April 1915 – Beginn des Genozids an den Armeniern

 

24. April 1915. Die Jungtürkische Führung des Osmanischen Reiches leitet mit Deportationsbefehlen die systematische Ausrottung der im Reich lebenden Armenier ein. Dem Genozid an den Armeniern von 1915/16 waren seit 1894 bereits Pogrome vorangegangen, in deren Folge Tausende Armenier ermordet, vertrieben und zum Islam zwangskonvertiert wurden. Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts wuchsen die Spannungen zwischen der osmanischen Obrigkeit und den ethnischen Minderheiten im vom Zerfall bedrohten Vielvölkerstaat. Mit dem Aufkommen der sogenannten jungtürkischen Bewegung seit 1889 wurden die Forderungen nach einem ethnisch homogenen Nationalstaat immer lauter. Der Nationalismus war hier wie in vielen anderen Ländern die herrschende Ideologie der Zeit. Der Völkermord an den Armeniern findet im Ersten Weltkrieg seinen grausamen Höhepunkt. Die christlichen Armenier werden als Sündenböcke für das Scheitern der osmanischen Offensive gegen das christliche Russland verantwortlich gemacht. Das „Komitee Einheit und Fortschritt“ der jungtürkischen Staatsführung gibt den Befehl zu grausamem Massakern. Hundertausende Männer, Frauen und Kindern werden aus ihren Städten und Dörfern vertrieben, brutal ermordet und auf Todesmärsche durch die syrische Wüste geschickt. Während der qualvollen Märsche sterben schätzungsweise 1.000.000. Armenier, ca. 500.000 gelingt die Flucht. Bis zu 1.500.000 Millionen Menschen fallen dem Genozid insgesamt zum Opfer.

Länge: 00:02:50 | O-Ton: nein | Farbe: ja | Jahr: 1915-2015 | Clip-ID: JHT000464D

 

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